Haltung


Grundinformationen

Buschkrokodile sind keine Kuscheltiere. Sie schätzen ihre Ruhe und sind etwas fürs Auge.

 

Rotaugen-Buschkrokodile wie auch Weissaugen-Buschkrokodile sollten einzeln gehalten werden. Das ist vor allem für die Weibchen weniger stressig.

Wer möchte kann sie jedoch auch Paarweise halten.

Auf keinen Fall sollte man zwei oder mehrere Männchen zusammen halten. Das gilt auch für Weibchen. Aufgrund des territorialen Verhaltens, kanns es zu schweren Verletzungen bis hin zum Tod führen.

 

Sie sind dämmerungs-  und Tagaktiv.

 

Bei Bedrohung können sich die Buschkrokodile über einen langen Zeitraum todstellen. Selten geben sie einen dezenten dumpfen Ton von sich wenn sie sich bedroht fühlen. Sie können auch einen weissen Sekret ausstossen wenn sie sich bedroht fühlen.

 

Die Buschkrokodile häuten sich, wie auch andere Reptilien. Wichtig dabei ist, dass man den Prozess beobachtet und ihnen allenfalls hilft. Gerade an den Zehen kann es sonst passieren, dass sie absterben.

 

Sie können grundsätzlich schwimmen, jedoch sollte das Wasser nicht zu tief sein, da sonst die Gefahr besteht, dass sie ertrinken.

 

Wer zu einem einzelnen Tier ein weiteres dazusetzen möchte, sollte darauf achten, dass beide Tiere etwa gleich gross sind. Das Alter spielt hierbei nur eine sekundäre Rolle. Ansonsten kann das grössere Tier eine zu dominante Rolle einnehmen, welche auch wiederum mit Verletzungen und im schlimmsten Fall dem Tod einhergeht.

 

Wir möchten auch darauf hinweisen, dass obwohl Rotaugen-  und Weissaugenbuschkrokodile zur gleichen Gattung gehören, sie strikt getrennt zu halten sind.

Terrarium

Terrarium Mindestmasse für zwei Buschkrokodile:

 

  • Nach Schweizer Tierschutzgesetz (kleine und mittelgrosse Bodenskinke) :  7x4x3 (Kopf-Rumpf-Länge)

  • Kopf-Rumpf Länge ca. 11 cm, d.h. ein Terrarium mit den Mindestmassen:
    • Länge 77 cm / Breite 44 cm / Höhe 33 cm. Dies gilt für ein einzelnes Buschkrokodil, wie auch für ein Pärchen.

  • Wir empfehlen jedoch folgende Masse: Länge 100-120 cm / Breite 60 cm / Höhe 60 cm

  • Optimale Terrarien Belüftung erreicht man mit dem sogenannten Kamineffekt:
    Zuluft kommt von unten vorne / Abluft geht oben hinten weg

  • Wir empfehlen ein Glas- oder Kunststoffterrarium (z.B. Forex). Die Türen sollte man von vorne öffnen können. Wenn man die Türen oben öffnet fühlen sich die Tiere direkt bedroht, da die Feinde, wie zum Beispiel Vögel, die Tiere von oben angreifen.

Link zum Schweizer Tierschutzgesetz.

Einrichtung

  • Echte Pflanzen (Efeutute, Bromelien, Moose, verschiedene Farne, Philodendron, Ficus, Fittonia, und noch viele mehr). Die Pflanzen sollten unbehandelt und ungedüngt sein. Dafür eignen sich vor allem Pflanzen von speziellen Züchtern bei Reptilienbörsen.

  • Versteck- und Klettermöglichkeiten (z.B. Moosplatten, Kokosnüsse, Kork, Rinden, Äste, Wurzeln, Steine, Laub, usw.)

  • Wichtig vor dem Einsetzen in das Terrarium alles gründlich reinigen. Die Einrichtung sollte am besten 24Stunden in warmen Wasser eingelegt werden, oder im Backofen für circa eine Stunde bei 200 Grad ausgebacken werden. Die Pflanzen sollten ebenfalls vor dem Einsetzen gereinigt und auf Schädlinge überprüft werden.

Beleuchtung

  • E27 Keramikfassung mit Lampenschirm

  • Bright Control Pro II Vorschaltgerät mit Bright Sun Jungle Birne.

  • Arcadia Pro T5 UVB Kit

  • Exo Terra Reptile UVB100 

  • Die Beleuchtungsdauer im Winter wie auch im Sommer sollte zwischen 10 und 12 Stunden sein.

  • Oder eine Alternative mit UVB, da Buschkrokodile zwingend UVB benötigen!

  • Buschkrokodile erhalten in der Natur UVB-Strahlung durch die Sonne. Diese ist notwendig für die körpereigene Bildung von Vitamin D3, welches eine entscheidende Rolle bei der Calciumaufnahme und damit für eine stabile Knochenstruktur spielt. Ein Mangel kann zu Rachitis (bei Jungtieren) bzw. Knochenerweichungen bei adulten Tieren führen.

    Je nach Grösse des Terrariums muss die Anzahl Watt angepasst werden.

Temperatur

  • Tag 24-26.5 Grad unter dem Spot 28-29 Grad

  • Nacht 21-23 Grad

  • Da Buschkrokodile nahe des Äquators beheimatet sind, sind die Temperaturen ganzjährig konstant zu halten. Dies ist auch der Grund, weshalb diese Tiere - im Gegensatz zu vielen anderen in Terrarien gehaltenen Tieren - keinen Winterschlaf oder Winterruhe machen!

Luftfeuchtigkeit

  • Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag wie auch in der Nacht zwischen 70%-98% sein.

Bodengrund

  • Kokoshumus (unbedingt ungedüngt und schadstofffrei)

  • Feuchter aber nicht überfluteter Bodengrund. Da bei zu feuchtem Boden Parasiten/Krankheitserreger entstehen können, welche wiederum für die Buschkrokodile je nach Art tödlich enden können.
  • Bodenpolizei (weisse Asseln/Springschwänze/Rotwürmer) sind sehr zu empfehlen. Sie beseitigen zuverlässig biologische Abfälle wie Kot oder Insektenteile!

  • Mindestens 8 cm Bodensubstrat (Buschkrokodile, vor allem T. gracilis graben sich gerne ein)

Wasserteil

  • Kleiner Bachlauf (max. 1/3 des Terrariums) oder eine grosse Wasserschale. Gute Wasserzirkulation ist dabei sehr wichtig. Da sich ansonsten schnell Bakterien entwickeln können.

  • Empfehlenswert nicht tiefer als 8 cm (Ertrinkungsgefahr!)

Bewässerung

  • Regenwasseranlage z.B. (M.R.S Whisper Power Pump Standard) dazu empfehle ich die Sprühdüsen, ebenfalls von M.R.S, zur Beregnung oder die Nebeldüsen, welche mehr für die Luftfeuchtigkeit dienen. Damit die Düsen nicht zu schnell verkalken, würden wir Destilliertes- oder Osmosewasser nehmen.

  • Alternative: mindestens 2-3 mal am Tag besprühen (Sprühflasche)

Quarantäne

  • Bevor ein Buschkrokodil in sein neues Zuhause einzieht, empfehle ich dringend eine Quarantäne durchzuführen.

  • Das heisst den Neuzugang in ein separates Terrarium relativ steril zu setzen und 2 Kotproben im Abstand von ca. 2 Wochen zu vollziehen. Wenn diese Negativ sind, darf das Buschkrokodil in sein eigentliches Terrarium.

  • Da leider immer noch sehr viele Wildfänge im Umlauf sind und diese oft auch als Nachzuchten angeboten werden, empfehle ich die Tiere bei einem seriösen Züchter zu erwerben. Dieser sollte ein fundiertes Wissen über die Tiere haben, damit er Sie in den Anfängen auch zuverlässig unterstützen kann.

  • Das Hauptproblem bei Wildfängen ist, dass diese oft Krankheiten und Parasiten haben.

Futter

  • Buschkrokodile sind insektivor, das heisst sie ernähren sich von Insekten.

  • Sie fressen unter anderem: Mehlwürmer, Heimchen, Schaben, Regenwürmer, Heuschrecken, Asseln. Auch gibt es Berichte, dass sie ab und an kleine Fische und Garnelen verspeisen, wobei wir dies nie getestet haben. Wichtig ist, dass das Futter ausschliesslich lebendig angenommen wird.  

Calcium- und Vitaminpulver

  • Wir bestäuben unsere Futtertiere bei jeder Fütterung mit unserem Vitaminpräparat.

  • Ich empfehle eine kleine Schale mit Calciumpulver im Terrarium, sodass die Buschkrokodile nach Verlangen Calcium aufnehmen können. Dies wird für den Knochenaufbau und bei Weibchen zur Bildung der Eischale benötigt. Hierfür verwenden wird ein Präparat, welches aus Calciumcitrat besteht, da es über eine höhere Bioverfügbarkeit als das handelsübliche Calciumcarbonat verfügt.